Erhebe dich! (1)

Monatsmitte war und bis dahin war noch in keiner Weise klar, ob ich noch weiter bleiben würde, denn alleine die Preise für das Wohnen waren für längere Aufenthalte schlicht unerschwinglich.

Eine „lange Nacht“ brachte dann Klarheit und vor allem wieder einmal das Wissen, dass jenes System, welches entworfen worden war, um die Menschheit zu knebeln, in solchen Angelegenheiten einfach irrelevant ist. Damit der Götzendienst an der Wirtschaftsreligion reibungslos abläuft, brauchte man eine Schraubzwinge, mit der man die widerspenstigen Menschen „im Platz“ hält. Ein Betrugsfinanzsystem, das den Baal-Göttern in die Hände arbeitet und den Menschen suggeriert, dass es „gott-gegeben“ ist, war dafür genau das richtige. Jetzt wird es aber immer wichtiger, dass wir uns aus diesen Fesseln lösen und tun, was wir wirklich zu tun haben. Diese Arbeit hier aber sei gerade erst begonnen und weitermachen sei entscheidend – koste es, was es wolle.

So oder ähnlich verliefen die Nachtstunden. Müde und aufgewühlt nahm ich dann am nächsten Tag wieder all die schrillen Expressionen eines Tourismus wahr, der inzwischen zu einer Hauptkategorie dessen geworden ist, was man als „Wirtschaft“ bezeichnet. Und alles, was hier dazu gehört, ist sakrosankt, d.h. es darf tun was es will, wo es will und wann immer es will – unberührbar wie eine heilige Kuh. Geopfert aber werden die Menschen auf dem Altar dieses Tempels, denn das ist höchst-notwendig. Die „Schöpfer“ des Ganzen nämlich sind davon abhängig. Sie brauchen Opfer, um zu Energie zu kommen – seit Jahrhunderten und Jahrtausenden schon. Und solange die Menschen nicht aufwachen, sich erheben und sich entziehen, wird es „auf ewig“ so weitergehen.

Später am Nachmittag besuchte ich dann das Hafenstädtchen La Savina, das schmuck und einfach ist und insgesamt wenig interessant. Tausende Menschen werden hier in den Sommermonaten täglich hereingebracht, um dann in die vorgesehenen Mühlräder geschleust zu werden. Heraus aus den Schiffen, hinein in die Busse. Es ist für alle alles vorbereitet. Das Programm fängt zu laufen an.

Und als ich dann noch weiter hinauf in den Norden, an den schmalen Spitz, der Illetes genannt wird, fahren wollte, musste ich umdrehen. Busse, Autos und Motorroller verwandelten die breite Sandstrasse nämlich in eine ständige, riesige Staubwolke. Für Radfahrer geht es da „ums Überleben“.

Ich fuhr zurück und fand einen kleinen Unterschlupf am Strand direkt neben dem Hafen. Dort schaute ich für eine Weile den Schiffen zu, die unablässig herein und hinaus fuhren. Mit jedem Schiff schlugen minutenlang hohe Wellen an das Ufer…

Dann blickte ich hinüber nach Ibiza, wo „mein Drache“ über allem wachte und ich wurde ruhig. „Stehe auf und tue, was zu tun ist“, hörte ich ihn raunen. Und ich erhob mich, fuhr nach Hause und wusste, was zu tun war.

Am nächsten Tag bezahlte ich die Unterkunft für den Rest des Monats. Und es war, als wäre ich damit an einem Durchgang angekommen. Dieser Tag war dann auch der genaue Drehpunkt meiner gesamten Zeit hier.

Plötzlich hiess es: „13 Tage noch und 13 Ziele!“ … und ich notierte in schneller Schrift für jeden Tag einen ganz bestimmten Ort auf dieser Insel. Doch erst am Ende dieser Tage wurde mir klar, welch genialer Plan sich darin zu entfaltet begann.

Danach fuhr ich auf jenem Weg, der mit der Nummer 13 versehen war, an einen kleinen Strand mit dem Namen „Es Mal Pas“. Er liegt an der Innenseite des „Kreuzbeins“ – eigentlich in der Nähe meines Platzes, doch ohne direkten Weg dorthin.

Der Strand selber war soweit wenig interessant, aber es ging nun darum, die Kraft der 13 zu empfangen. Sie ist im Gefüge der 12 der Drehmoment von der horizontalen (3D) Ebene hinauf in die Vertikale und damit hinein in alle Ebenen und Dimensionen. Entsprechend ist unsere Wirbelsäule der Träger dieser Öffnung von der rein erdgebundenen und materiellen Ebene in die anderen Ebenen. Und anders, als man uns gelehrt hat, sind dort „oben und unten“ gleich wichtig. Der „Kopf“ alleine, ohne die tragende Kraft des Beckenkessels, ist dumm. Aber genau diese Verdummung war beabsichtigt. Und erst jetzt kehren wir langsam wieder in unsere Ganzheit zurück.

Der kleine Steinkreis von „Ca Na Costa“ (am Binnen-See „Estany Pudent“), den ich vor ein paar Tagen besucht hatte, zeigte nun plötzlich seine Bedeutung. Man sagt, er sei ungefähr 4000 Jahre alt. Doch scheinen die Spuren noch weiter zurück zu führen. Damals wurden dort Zeremonien abgehalten, um die 12 in Form von 12 Menhiren präsent zu halten und während ganz bestimmter Rituale den Dreizehnten herbei zu rufen, damit alles sich erhebe… Heute erzählt man den Menschen, dass es sich um eine Begräbnisstätte handelt. Das macht man immer, wenn etwas verborgen gehalten werden sollte.

Es war nämlich notwendig geworden, den „dimensionalen Durchgang“ (so hiess es nun) zurückzuziehen, nachdem Wasser und Eis sich überall ausgebreitet hatten. Das war auch mit ein Grund, warum sich die Insel so taub und bewusstlos angefühlt hat. Und bestimmte Rituale halfen, die Energien so weit wie möglich präsent zu halten.

Der Schlangenträger als Hüter dieses Durchgangs war damals „vom Himmel geholt“ worden und lag, was die Erde betrifft, dann in den Fluten des grossen Ozeans – draussen im Atlantik. Hier war seine energetische Versorgungsstelle gewesen und das schöpferische Feuer konnte unaufhörlich brennen. Danach aber war es kalt geworden.

Wir sind gerade dabei, diese über lange Zeit „verbotene Kraft“ wieder zurück zu holen. Stellvertretend bekundigte ich an diesem Abend die Bereitschaft, das auch zu tun und bis tief in die Nacht hinein sollte mich noch die Frage beschäftigen, was der Schlangenträger oder die 13.Weise Frau braucht, um sich bald auch wirklich erheben zu können. Und solange dieser dimensionale Durchgang mit seinem Hüter fehlt, laufen auch alle andere dimensionalen Öffnungen dieses Planeten nur mit „Notstrom“.

Am nächsten Tag begann der Reigen der 13 Fahrten quer über die Insel… Dabei aber schob sich etwas in den Vordergrund, das ich beinahe schon wieder vergessen hatte: Es ging um diese „Lamat“-Öffnung, wie ich sie nannte – oder auch die „Boot-Öffnung“. Etwas, das einen Übergang oder eine Durchfahrt ermöglicht. Die Lamat-Welle von 13 Tagen war noch im Gange und der gestrige Wendetag war auch genau der Drehpunkt in der Lamat-Welle mit der Zahl 7. In sechs Tagen würde sie zu Ende sein und bis dahin zeigte sich viel Erstaunliches.

Was den Körper-Bereich betraf, so ging es um die Beweglichkeit des Sacrums im Becken und um die „Weite“ des Gaumen- und Mundbereichs. Um das Sacrum herum zeigte sich nun diese Öffnung, die sich dann plötzlich zu drehen begann. Erstaunt sah ich die Dynamik dieser halbrunden Linien und wie sich in dieser Drehung Strahlen an ihren Verbindungpunkten bildeten. Gleich darauf entstand daraus ein leuchtendes „Sonnenrad“. Und es stieg langsam nach oben. Etwas begann sich zu erheben.

Auf der Stirn aber befand sich eine andere Öffnung, die mit dem Folgezeichen von Lamat, nämlich Muluc, in Verbindung stand… Von dort aus zeigte sich eine Gegenbewegung, die bald schon zur aufsteigenden Kraft einen ganz eigenen Rhythmus bildete.

„Cala En Baster“ liegt sozusagen am oberen inneren Kreuzbeinrand, an der Verbindungsstelle zur Beckenschale. Dunkle Wolken zogen auf, als ich dort ankam und in einen Felsenkessel hinunterschaute, an der sich heute eine Anlegestelle für die Fischerboote befindet.

 

Ein weites Plateau führte hinunter zum Wasser und der Gang über dieses felsige Gelände war wie ein Gang auf einem anderen Planeten. Zahlreiche stalagmiten-ähnliche Gesteinsformationen und lose Trümmer waren da zu sehen.

Im Wasser liegend aber war da eine Schildkröte. Sie gilt bei den alten Völkern immer schon als Symbol für Mutter Erde. Und sie erzählte, wie sie hier „gestrandet“ war und dass sie nun dem grossen Erwachen entgegen blicke. Wie ein Fels in der Brandung war sie da. Und sie wies hinüber zu dem grossen Felsen mit den Fischerbooten.

Eine Warnung vor Steinschlag war der einzige „Wegweiser“ dorthin, der aber schnell wieder vergessen war, als ich in diese Welt aus vergangenen Zeiten eintauchte. Gross standen da „die Ahnen“ vor mir. In ihren Höhlen hielten sie die alten Geheimnisse wach. Schweigend sahen sie mich an und ich lauschte dieser Stille. In ihren Gesichtern aber spiegelten sich die Spuren eines gewaltigen und explosiven Experimentes, das bis heute vor der Menschheit verborgen gehalten wird.

Stürmische Winde und dunkle Wolken begleiteten mich dann nach Hause. Nach einer kurzen Pause zeigten sich diese „Ahnen“ noch einmal – jetzt, um eine Verbindung herzustellen zu ihrer Sternenheimat. Es sei dies das goldene Tor von Antares, der im Sternbild des Skorpion und somit direkt unter dem Schlangenträger liegt. Es sei die Skorpionkraft, welche die Schlange aktiviert und dabei das „goldeneTor“ öffnet, sagten sie und entzogen sich damit wieder meiner Wahrnehmung.

Der Weg „Camí Romà“ war mein nächstes Ziel. Er hat eigentlich wenig mit den Römern zu tun, aber es ist ein Weg, der ständig am Abgrund entlang geht … am Hals der Schlange. Sie hatten einen (geheimen) Auftrag, wie viele andere Völker auch. Und es ging dabei immer darum, die alte Macht an die alten Atlanter zurück zu geben … während die wahre Macht von Atlantis weitgehend unterdrückt werden musste.

 

„Der Weg der Macht kriecht vom Halse der Schlange empor“, hiess es, als ich früh am Morgen den Aufgang zum Römerweg betrat. „Die wahre Macht aber liegt unten am Sacrum!“. Ein wenig später tauchte ein grosser, oranger Schmetterling auf. Und er flog auf die Höhle zu, die sich rechts am Wegrand nun zeigte.

Viele hatten sich damals in „Höhlen“ zurückgezogen, um sich vom grossen Trauma zu erholen und ihre Kräfte zurückzubringen in jene Zeit, in der eine Öffnung „nach oben“ wieder möglich werden würde. Die alten Wunden sind zu einem grossen Teil nun geheilt. Nur kennen viele Menschen kein anderes Leben, als das in Schmerz und Leid … und sie führen es deshalb weiter, weil sie sich damit vertraut und sicher fühlen.

Aber es ist Leben in die Höhlen gekommen. Die strahlende Öffnung hat sich bereits schützend um den „heiligen Knochen“, das Sacrum, gelegt … was wiederum die Verbindung zum „goldenen Tor“ hergestellt hat.

Der Schlangenträger und die 13.Weise Frau – sie haben nun den Auftrag, den Kopf der Schlange zu berühren und zu halten, um so jegliche weitere Scheinaktivität an ihm (und damit den weiteren Missbrauch der Schlangenkraft) zu verhindern. Ihre Aufmerksamkeit aber wendet sich ganz dem unteren Zentrum zu, das nun viel Wachheit und Bewusstsein benötigt … ebenso, wie die Rückbringung der Kraft, damit diese Strukturen wieder funktionsfähig werden.

In allen Farben fiel das Licht der Sonne in den oberen Teil des Weges herein, als ich umkehrte und wieder hinunter ging. Im kleinen Touristen-Örtchen Es Caló machte ich auf der Rückfahrt einen Zwischenstopp. Langsam erst begann hier alles zu erwachen…

Nachts stand ich dann unten am Strand und blickte in die Sterne und viel mehr noch war es eine Rückverbindung zu unseren Ahnen in den Sternenwelten, die nur mehr eine „Öffnung“ weit von uns getrennt sind…

Jene schmale Halbinsel, die sich nach Norden hin immer mehr verengt und dann endet, wird als die „Illetes“ bezeichnet. Früh am Morgen liegt dort noch keine Staubwolke in der Luft und es ist an den „Wärterhäuschen“ auch noch niemand da. Erst ab neun Uhr ist dort dann ein Obulus zu entrichten, um Zugang zu den begehrten Stränden zu bekommen.

Hier liegt der Übergang vom Sacrum-Rand in die Wirbelsäule hinauf und es ist deshalb auch eine heikle Stelle. Zielgenau hat man da diese Mautstelle errichtet. Lange Wartereihen in der prallen Sonne und Staub zum Atmen … „Im Staube soll sie kriechen“ war doch die göttliche Strafe für die Schlange und für jene, die trotz aller Verbote mit ihr paktierten. Auf dass sie sich nie wieder aufrichten sollte(n).

Fährt man weiter, dann ist da dieser schöne Blick hinüber zum Drachen und gleichzeitig ein sehr eigenes und starkes Gefühl, das man am besten als „Isolation“ beschreiben könnte. Die Kraft vom Sacrum kommt hier nicht durch. Und alles, was für das Wohl der Besucher hier installiert worden ist (Restaurants, Kioske, …), verstärkt diese Gefühl nur noch.

Auf der Suche nach Schutz vor diesen isolierenden Kräften fand ich mich plötzlich wieder bei einem solchen „Ahnen“. Und er deutete hinüber zu diesem See, den Estany Pudent, und dann nach vorne auf die Spitze der Insel … Gemeinsam würden sie hier jene Öffnung bilden, die ich in den vergangenen Tagen immer wieder gesehen und mit der ich gearbeitet hatte.

Und er erzählte mir, wie die Drachen-Hüter über diesem Platz und über das „verlorene“ Feuer gewacht hätten … und wie die alten Mächte nach ihrer Rückkehr aus dem Eis die Öffnung verdreht, ihre „Linien“ gerade-gestreckt und darin dann ihr Kreuz errichtet hätten. Lamat wurde dann zum Synonym für den Mond, was die Erinnerung an das Schöpfungsfeuer nach und nach zum Erlöschen brachte.

Diese Öffnung aber brauche die Angstfreiheit im Umgang mit dem schöpferischen Feuer und nicht die trick-reiche Kunst der nun ständig auftauchenden Helden-Zwillinge, welche den Hasen (Lamat) einsetzten, um die Götter zu entmachten und selbst auf den Thron zu kommen. Das sind die Geschichten, mit denen man für lange Zeit die Menschen von ihrer wahren Kraft ferngehalten und mit denen man ihnen die Notwendigkeit dieser „neuen Götter“ schmackhaft machen konnte.

Als dann die Sonne die Stirn dieses Ahnen berührte, war das Gefühl der Isolation verschwunden. Die Erinnerung kehrt nun zurück und damit der Zugang zu unserer wahren Heimat – hier und „draussen“ in den Sternen.

Später an diesem Tag erhob sich plötzlich „am Kreuzbein“ drüben eine riesige Rauchsäule. Es war, als hätte soeben ein Vulkanausbruch stattgefunden. Bald schon kreisten Hubschrauber rundherum und später erfuhr man, dass es zu einem riesigen Föhren-Waldbrand aufgrund der Dürre und vermutlich einer Unvorsichtigkeit gekommen war. Das Feuer war sozusagen an der falschen Stelle ausgebrochen.

Dass ich mich an den nächsten beiden Tagen in der Nähe und dann direkt am Brandherd befinden sollte, das war wieder einer jener Zu-fälle, die sich dann einstellen, wenn man eingestimmt ist.

Wieder ging es früh am Morgen los, hinüber zur Hauptstadt und vorbei an deren beiden Mühlen. Dann kommt man in den ländlichsten Teil der gesamten Insel. Anders als auf den schnurgeraden Autostrassen waren hier nun auch ganz andere Radfahr-Künste gefordert. Mystisch tauchte das Land in die goldenen Strahlen der aufgehenden Sonne.

Der „Torre de la Gavina“ ist einer der vier Verteidigungs- oder auch Piraten-Türme, die hier auf diesem kleinen Inselchen stehen. Ein weiterer befindet sich noch auf der Insel Espalmador, die Formentera vorgelagert ist und auf die man bei guter Ebbe von den Illetes hinüber wandern kann. Auch die noch kleinere Insel Espardell weiter östlich gehört zu Formentera.

Von der Perspektive dieser Arbeit aus gesehen liegen die vier Formentera-Türme direkt auf den Kreuzbein-Rändern und das hat freilich einen ganz bestimmten Zweck. Damit „die Öffnung“ ihre Funktion erfüllen kann, braucht sie eine tragende Struktur, die zudem aber auch eine grosse Beweglichkeit hat. Diese Türme aber halten genau diese Strukturen nieder und drücken sie fest in den Boden hinein.

Aus der Bucht drüben drangen noch die Rauchschwaden vom gestrigen Grossbrand und bald schon kreisten wieder die Hubschrauber. Meine Aufgabe hier war einerseits eine Stabilisierung und zwar mit dem gegenüber liegenden Platz „Cala En Baster“. Das ist dort, wo die Schildkröte im Wasser liegt. Gleichzeitig war aber der gesamte Sacrum-Bereich in Schwingung zu versetzen – in eine leichte vorerst, weil er noch nicht voll funktionsfähig war.

Bei der Fahrt hinunter nach „Can Marroig“, der früheren Hippie-Hochburg, flog dann plötzlich vor mir ein grosser Habicht auf. Schon am Morgen flog ein Reiher für eine Weile in meiner Fahrtrichtung, etwas ganz Seltenes dort. Aber auch von den Greifvögeln gibt es nur ganz wenige. Sein Erscheinen war deshalb gerade zu diesem Zeitpunkt sehr speziell, denn es geht da (gemäss alter Mythen) um die Sonnenkraft, um neues Wachstum und die Entfaltung des schöpferischen Potentials. Der Zeitpunkt sei nah, da Licht und Feuer unser Bewusstsein wieder entfachen werden, war seine schnelle Botschaft. Im nächsten Augenblick war er hinter den Bäumen verschwunden.

 

Auch ein Hase posierte auf dem Feld am Übergang zum nächsten Ort und er erinnerte mich daran, dass die Lamat-Kraft für die Arbeit an der Öffnung nur noch wenige Tage zur Verfügung stehen würden. Der zweite kleine See „Estany d’es Peix“ wirkte malerisch und wie die kleinere Variante des Hafens weiter drüben. Es wurde schwül und der Himmel war mit Chemtrails überzogen. Doch etwas war nun vollendet, denn vor mir erhob sich ein grosser Wolkenengel am Himmel.

Grau-schwarz wurde es dann bis zum Abend und so verschob ich meine nächste Fahrt morgen auf Mittag oder vielleicht auch später. Bei bedecktem Himmel las ich vormittags kurz ein paar Informationen und war wie elektrisiert, als ich erfuhr, dass man diese Insel tatsächlich einst „Ophiusa“, die Schlangeninsel, genannt hatte. Als ich schliesslich wegfuhr, war es noch finsterer geworden. Doch die Fahrt noch weiter zu verschieben, schien mir keine gute Idee zu sein. Hinter mir brausten die dunklen Wolkenschichten heran und es war in keiner Weise abzusehen, wie das enden würde. Kurz vor der Hauptstadt begann es dann zu regnen und ich überlegte einen Zwischenstopp.

Da aber „sah“ ich die Schlange … und wie sie hier über dem „Kreuzbein“ hängt. Kreuzbein war zu diesem Zeitpunkt noch die bessere Beschreibung für das, was sich da zeigte, denn es war in jeder Hinsicht “gekreuzigt” worden. Die Fahrt ging also weiter und hatte ich dabei nun die Schlange in meine Arme zu nehmen. Der Wind pfiff, aber es ging leicht vorwärts … der grossen Strasse entlang.

Die schönen, wohlriechenden Föhrenwälder endeten an einem grossen Hotel. Ich war in „Cala Saona“ angekommen. Vor zwei Tagen noch zog hier dichter Rauch durch. Jetzt aber war es, als wäre nichts geschehen. Der Strand war wegen des stürmischen Wetters fast leer und ich wanderte links den Felsen hinauf – weiter und immer weiter hinüber Richtung Kreuzbein-Spitze. Auf der anderen Seite drüben war der Turm von „La Gavina“ zu sehen.

Rote, fleischige kleine Blüten zeigten sich an diesem Felsenplateau und ich musste einige von ihnen pflücken – um die Schlange zu nähren, hiess es. Damit aber „sah“ ich endlich, worum es hier ging: das war der Platz, an dem das Schwanzende der Schlange abgebrochen war. Regentropfen fielen wieder, der Wind tobte und an den Klippen war Vorsicht geboten.

Ich trug die Schlange und warf die blut-roten Blüten über den Abgrund. Unterhalb befanden sich zwei Höhlen. Im nächsten Augenblick erschien auf dem Wasser eine Schlangenlinie, als Zeichen für die Rückkehr des verlorenen Schlangenteiles. Der Schwanz der Schlange ist wichtig, um das Feuer zu starten.

Weiter ging ich mit der Schlange, vorbei an einem winzigen Dorf, bis ich schliesslich einen Platz in der Stille gefunden hatte. Weiter drüben war nun der „Cap de Barbaria“-Bereich zu sehen. Das ist dort, wo der eine Leuchtturm steht. Der Sturm ebbte ab und nach einer Weile kam die Sonne hinter den Wolken hervor. Da sass ich nun und schaute in die Weite des Meeres. Nichts bewegte sich.

Plötzlich kam einer dieser türkis-blau-grünen Salamander auf mich zu. Zunächst vorsichtig, doch dann mit immer mehr Zielgerichtetheit, begann er an meinen Beinen hochzuklettern. Nachdem er zuzuschnappen versuchte, verscheuchte ich ihn. Dreimal sollte sich das Spiel wiederholen … und ich wusste danach, dass wir nun an dem Punkt angelangt waren, der uns mit der uralten Kraft der Erde und des atlantischen Reiches wieder verbinden würde. Die Schlangenkraft war geheilt, Kopf und Schwanzende waren wieder vereint. Die Öffnung ist vorbereitet … und am nächsten Tag sollte es noch einmal hinüber zum Kopf der Schlange gehen.

Als ich zurückkehrte zu diesem Strand mit seinem wunderschönen türkisen Wasser, war alles lebendig geworden. Anders aber als an den meisten anderen Stränden schien es hier einen „Dress-Code“ zu geben und es ging da weder um Sport noch um Schwimmen, sondern um den Auftritt auf der „Bühne des Strandes“. Dieses Resort war vor allem das Domizil der Italiener und es war auffallend, wie viele von den Jüngeren jetzt sogar ihren Hund in den Urlaub mitnehmen. Unauffällig zog ich mich über die Dünen am Rande der Bucht aus dem Geschehen heraus.

Das Feuer der Schöpfung will zivilisiert, verfeinert, gelenkt und gehütet werden. Ansonsten bricht es an der falschen Stelle und zur falschen Zeit hevor. Und ohne der Schlange ist es gefährlich. Hier liegt eine ihrer Bruchstellen und man hat sie einfach zugebaut.

Am nächsten Morgen war es wieder bewölkt und sehr windig. Und so fuhr ich erst ein wenig später los, immer aber noch früh genug, um in Ruhe den Zugang hinüber nach „Es Ram“ oben an den Strassenserpentinen am Schlangenkopf zu finden. Ich liess das Fahrrad stehen und wanderte zu Fuss, da es sich nach einer eher ungemütlichen Fahrt angefühlt hatte. Das war eine weise Entscheidung.

Es war der letzte Tag in der Lamat-Welle und damit auch der letzte Tag im diesem Kalender-Umlauf. Mit Ahau 13 war es auch ein Portaltag,  ein Tag also mit erhöhter Energie und Durchlässigkeit, was andere Ebenen betrifft. Zwei Hasen zeigten sich und sie retteten sich schnell in einen Busch hinein. Auch das zeigte das Ende dieser unglaublichen 13-Tage-Zeit an.

Der erste Teil des Weges zog sich auf der Anhöhe dahin und er führte dann in einem grossen Bogen hinunter bis auf Meereshöhe. Beim Wandern war es wichtig, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich diese „Lamat“-Öffnung im Körper anfühlt. Dazu kam jetzt für die Schlange und den Schlangenträger eine durchsichtige Schutzhülle, die mehrere Schichten hatte und in deren Mitte ein Herz pulsierte. Ich nannte es das Drachenei. Beides wirkte auf mich stärkend und es führte dazu, dass ich Zeitschleifen zu machen begann – vorwärts und rückwärts. In diesen Schichten schien die Entwicklung des vergangenen Zyklus gespeichert zu sein … ebenso wie die Erinnerung an das schöpferische Feuer.

Am Ziel angekommen, blickte ich hinunter in eine kleine türkisblaue Bucht mit einem ebenso kleinen Fischerboot-Hafen. Ich war im Schlangennacken angekommen und meine Aufgabe war es nur, meine Hände in diesen Nacken zu legen, um ihn zu stützen. Kurz danach war dann auch schon der Rückweg anzutreten. Doch bei der Abfahrt hinunter war dann noch ein Halt zu machen und zwar hinein in die Bucht von „Es Copinar“.

Dort befindet sich ein riesiger Resort-Bereich. Club-Anlagen, die alle Stücke spielen, säumten den Weg hinunter zu diesem kostbaren Strand. All das aber sitzt der Schlange im Nacken … und ich verstand schnell, warum auch hier noch eine extra Stützung notwendig war. Ich tat, was zu machen war und verliess den Platz dann so schnell wie möglich.

Inzwischen hatte sich eine Wolkenhaube schützend über den Schlangenkopf gelegt. Ich legte meine andere Hand nun an den Hals der Schlange. Bald schon wird es Zeit, dass sie sich wieder erhebt.

Als ich am Nachmittag dann zur Wäscherei hinüber fuhr, war es wie ein Blitz, der meinen Geist durchfuhr. Schon oft war ich an diesem „Supermercado“ vorbei gefahren, aber erst heute konnte ich die Bedeutung seines Namen verstehen. Er hiess nämlich „Supermercado OFIUSA Spar“. Die Schlange war hiermit tatsächlich auch für alle sichtbar präsent.

Das war der Abschluss von etwas, dessen Grösse ich erst nach und nach „be-greifen“ konnte. Dieser letzte Tag der Lamat-Welle und des gesamten Kalender-Umlaufes schien nun auch das Ende der Macht jener zu markieren, die den grossen gesamten Umlauf-Zyklus von ungefähr 26.000 Jahren missbraucht haben. Wie durch einen Vorhang gehen wir nun in die Öffnung hinein, welche uns in dieser Zeit immer mehr abhanden gekommen ist. Und wir schauen nun die Welt in einem neuen Licht. Das Rad der Sonne beginnt sich wieder zu drehen und eigentlich ist es eine Doppelsonne, deren wechselseitige Drehung den Funken zünden und damit unseren „kristallinen“ (christos) Körper wieder herstellen wird.

Copyright: http://earthdragon.inner-resonance.net (Magda Wimmer)