Erhebe dich! (3)

Noch einmal war auch der zweite Leuchtturm zu „besuchen“, jener nämlich, der auf „der Mola“ stand und damit am Schlangenkopf. Seit ich das kleine Sacrum gefunden hatte, rätselte ich, woher es wohl kommen würde. Zwei Tiere kamen dabei in Frage: entweder der formenterische Siebenschläfer oder ein Hase. Dass es ersterer nicht sein würde, zeigte mir ein totes Exemplar davon, das ich auf dem Weg hinauf zur Mola sah.

Und zweiterer setzte sich in diesen Tagen immer wieder so in Szene, dass er es auf sich genommen hätte, unter meine Räder zu kommen, nur um mir des Rätsels Lösung zu zeigen. Und freilich, ich hätte auch so draufkommen können, weil es sich einfach „ganz logisch“ in alles einfügt: Es sind da der Hase, das Boot und die verlorene Öffnung, die sich im menschlichen Körper im Sacrum befindet, der heiligen Stelle des Übergangs von dieser Dimension in alle anderen hinein.

Während ich das flache, schmale Stück der Insel verliess mit dem Blick hinüber auf die soeben aufgehende Sonne und einem eigenen Gefühl von Schwüle, veränderten sich die Verhältnisse plötzlich ganz schnell. Dunke Wolken schoben sich über den Hügel herab und bald schon war es, als würde ich nun in eine völlige andere Welt kommen.

Und ich fand mich dabei auch in ganz anderen Gedanken wieder, als es die steile, schlangenförmige Strasse hinaufging… Wenn es um solche Öffnungen geht, wie sie sich hier zeigen – so ging es durch meinen Kopf – dann tritt immer auch das Thema der „Zwillingstürme“ auf und „Pilar de la Mola“, gemeinsam mit dem „Cap de Barbaria“, macht da keine Ausnahme. Auf diesen markanten Punkten, dem Schlangenkopf und dem Sacrum, waren diese Türme gebaut und hielten sie nieder. Die Zwillingskraft wäre eine polare Kraft, die sich in sich selber vervollständigt und auf diese Weise unteilbar macht. Überall aber in unserer Gesellschaft und deren Mythen und Geschichten präsentiert es sich jetzt nur mehr als einseitig männliches Thema und führt damit ständig in die Spaltung: Zwillingstürme auf Kirchen und in Städten, Heldenzwillinge, Funkantennen aller Art, usw.

„Die Öffnung“ ist der Eingang in die göttliche Fülle der Mutterhöhle, des Gral. Die Zwillingsgötter (beide männlich) aber müssen die Drachen-Urmutter besiegen, um zu Helden zu werden, sich den Gral einzuverleiben und Macht zu bekommen – und sie nun endlich nicht mehr fürchten zu müssen. Es ist immer dasselbe Thema, das keiner bedenkt oder hinterfragt. Und Türme fungieren als Antennen. Man kann damit nicht nur Signale hinaussenden, sondern durch sie auch etwas von aussen hinein-programmieren.

Starker Wind pfiff mir entgegen, als ich die letzte Kurve genommen hatte und auf der Anhöhe ankam. Bis zum Ort „Pilar de la Mola“ hatte er sich bereits in einen Sturm verwandelt und es war kalt geworden. Der Turm zeigte sich weit in der Ferne in einer finsteren Wolken-Kulisse. Es hiess nun, den Widerstand anzunehmen und durchzutauchen. Und als ich am Turm angekommen war, fielen hinter ihm die Strahlen der Sonne ins Meer und es sah aus, als würde es brodeln. In verschiedenen Formationen aber erschien dann die 13.Weise Frau in den Wolken und zeigte an, dass die Kraft der Drachenhüter nun endgültig den Lauf der Dinge hier übernehmen würde. Die Strahlen der neuen Zeit aber werfen keine Schatten mehr…

Damit legte ich meine Hände auf den grossen Felsen hinter dem Turm und hob den Kopf der Schlange, damit sie sich nun langsam wieder aufrichten kann. Vorbei die Zeit, in der sie „im Staube kriechen“ musste. Und ich nahm ihre Bewegung mit auf meinen Weg über das Plateau und hinunter. Dieses Mal machte ihr hier keine Pause mehr, da es noch viel zu früh war, irgendwo einzukehren.

Die Abfahrt ging schnell und sie war vom Wind getragen, während sich langsam „die Nebel lichteten“. Vorne war auch der Drache von Ibiza in Wolken gehüllt. Aber die Sonne erstrahlte über der Insel. Die Drachenmutter ist gerade dabei, ihre Helden-Zöglinge wieder an ihre Brust zu nehmen. Die hatten sich sowieso schon in der Sehnsucht danach verzehrt und dabei alle möglichen Dummheiten gemacht!

Genau nach 13 Kilometern, in der Stadt „Sant Ferran”, gab es dann einen feinen Frühstücks-Brunch, für den ich auch genau 13 Euro bezahlte. Es war Wochenende und eine entspannte, fast feierliche Stimmung hatte sich über alles gelegt. Dabei war zu spüren, dass die Schwingung in grosser Resonanz war mit der 13.Weisen Frau (dem Schlangenträger), die den Zugang zum Kessel wieder öffnete – für alle, die auf ihrem Weg sind und lange keine Zukunft mehr sahen.

Auf der Rückfahrt fand ich dann noch Melone und frisches Ziegenjoghurt im Ofiusa-Schlangen-Geschäft – ein wahrer Segen, denn es sollte an diesem Tag noch sehr schwül und heiss werden.

Dann wurde es noch auf eine andere Weise spannend, denn nach einer solchen Radfahrt ist eine Dusche zunächst die beste Abkühlung. Doch plötzlich war kein Wasser mehr da. Das kam erst nach einem halben Tag wieder zurück.

Während dieser Zeit fand ich ein spannendes Muster heraus, welches meine Fahrten zu den Leuchttürmen unterlegte: Ich war im Abstand von zwei Tagen zu den Türmen gefahren, in der ersten Woche und genau zwei Wochen später noch einmal. Wettermässig gab es da ein Überkreuzmuster. Beim Cap-Turm war es beim ersten Mal bedeckt, beim zweiten mal sonnig. Und beim Mola-Turm war es genau umgekehrt. Auch hier dieses Zwillings- und Überkreuz-Muster.

Durch das Aufrichten der Schlange konnten und mussten jetzt die Ränder des Sacrums ihres Trägers rundherum gelöst werden, damit es dann zurück in seine ursprüngliche Schwingung kommen kann. Die Fahrt zum „Torrent de s’Alga“ begann mit einem Sonnenaufgang drüben an der Hauptstadt… und setzte sich fort durch viele kleine Anwesen und Farmen. Es war ein holpriger Weg, dafür aber nicht allzu lange.

Auf dem Weg hinunter zu diesem Torrent, einem Wildbach – dessen Bett aber vollständig ausgetrocknet war – begegnete ich einem geheimnisvollen Vogel, der wie ein Moorhuhn anmutete. Bis heute habe ich jedoch keine genaueren Informationen darüber finden können. Doch würde ein Moorhuhn dem momentanen Geschehen sehr gut entsprechen, bei dem es um das Losbinden der gebundenen Strukturen ging, die den Tanz des Lebens nun schon auf sehr lange Zeit behindert und gar verhindert haben.

Der Platz befindet sich auf einer Achse mit der „Cala Saona“, an der es vor einer Woche gebrannt hatte. Hier aber findet man das genaue Gegenteil zur dortigen touristischen Hochburg. Ein kleiner Fischerhafen liegt an der Mündung des Torrent und dahinter befinden sich ein paar Häuser – ein winziges Dorf also.

Die Sonne hob sich gerade über den langgestreckten Teil der Insel und über dem Schlangenkopf drüben zog der Morgendunst, ansonsten aber war er frei. Während ich hinüber wanderte in Richtung der Sacrum-Spitze, bekam ich Seile in die Hände gelegt. Es waren jene, die an den Rändern das Kreuz befestigt hatten, welches das Sacrum festhielt.

Was dann begann, war die „Entkreuzigung“, die mit dem Entfesseln der Balken aussen ihren Anfang nahm. Von hier aus würde es dann hineingehen in das Zentrum, an die Kreuzungsstelle – morgen, so hiess es. Dieses heilige Bein sei der Rhythmusgeber des Kessels, des heiligen Gral. Und nicht umsonst waren es Kreuz- und Tafelritter, die ständig danach gesucht und ihn freilich auch gefunden haben, so sagt man. Und ja, sie haben ihn vielleicht immer wieder gefunden. Aber ihre Aufgabe war es, das Leben darin zu kreuzigen und die Drachenmutter zu töten – ein Kreislauf ohne Ende.

„In die Insel hineinsinken“, war nun die Aufgabe, denn die Seile könnten nur von innen gelöst werden. Dann war da plötzlich ein steinerner Sitz, der aussah wie ein flacher Thron in der Landschaft – mehr ein Kessel eigentlich, denn eine Erhebung. Die Öffnung der Seile begann hier am Ort, dann am gegenüber liegenden Platz, schliesslich unten am Cap (wo alles bereits offen war) und dann noch oben bei Es Pujols, vor den Illetes. Als die Seile sich nach einer Weile alle gelöst hatten, sah ich noch, wie sie hinaufgezogen wurden und im Sternbild des Kreuzes dann verschwanden.

Damit war die Arbeit getan und ich begab mich auf den Rückweg. Es war Sonntag und so konnte ich kurz durch das Zentrum in der Hauptstadt wandern, das heute völlig menschenleer war, weil keine Geschäfte geöffnet hatten. Morgen würde ich hier meine Arbeit fortsetzen…

Als ich nachmittags zum Strand ging, sah ich am Nordhimmel eine Schlange und am Südhimmel einen „regenbogen-farbenen“ (eigentlich metallenen) Halbring. Darüber wurde nun der Schlangenträger „eingeblendet“. Genau ihm gegenüber aber standen in der Ekliptik der Sternbilder im Süden gespiegelt jene von Winkelmass, Zirkel und südlichem Dreieck – in direkter Verbindung mit dem Sternbild des Kreuzes. Ein französischer Freimaurer hatte vor ein paar Jahrhunderten die Namen dafür vergeben. Man wusste freilich um die Zusammenhänge… und wie der Schlangenträger damit fixiert und die Skorpionkraft pervertiert wurde. Es hatte alles seinen Grund.

Noch einmal hiess es tief eintauchen in die Insel am Sacrum drüben, als ich im warmen Sand sass und auf das Meer hinausblickte. Das Sacrum ist wie das Paddel im Boot (Öffnung) der Schöpferkraft (Schlange), die alles vermag. Es hält diese Kraft in Bewegung und bringt sie überall hin… Dieses Paddel aber flammte nun plötzlich auf und intensives Licht durchflutete den Kessel darunter. Das ist der Drehmoment des Schlangenträgers, der 13.Weisen Frau…

Eine hohe Spannung lag in der Luft, als es Morgen wurde … an diesem vorletzten Tag auf der Insel. Ziel war heute ihre Hauptstadt „Sant Francesc Xavier“. Es war bedeckt und drückend und die Sonne stand in einem dunklen Reifen am Himmel, als ich mich von „Sant Ferran“ her näherte. Kurz vor der Stadt lag der Friedhof, dessen Ambiete irgendwie dem Zentrum der Stadt recht ähnlich war. Gleich danach befand sich dann das Krankenhaus. Es war zum ersten Mal, dass ich hier vorbei kam. Ein Rettungshubschrauber flog heran.

Solchermassen waren die Eindrücke, als ich über einen Kreisverkehr ins Innere der Stadt hinein gedreht wurde. So war das Gefühl, dass man hier nämlich an einen ganz bestimmten Platz gelenkt wird. Der ist im Zentrum, welches in einem strahlendem Weiss erscheint, unberührbar und leblos zugleich.

Kurz vor der Abfahrt hatte ich mir erstmals die Mühe gemacht, mir den Namensgeber der Stadt genauer anzusehen. Es war ein bestimmter „heiliger Franz Xaver“, der sich dann schnell als ein Jesuit der Anfänge herausstellen sollte. Mittlerweile ist auch bekannt, wofür dieser Orden gegründet worden war. Der Final-Zeitraum von vierhundert Jahren in diesem Zyklus von ungefähr 26.000 Jahren brauchte noch einmal eine Stosstruppe und man verbarg ihre Agenda hinter einem Namen, der unverfänglich war, weil er einen göttlichen Sendungsauftrag vor sich hertrug. So glaubte man zumindest. Dennoch flogen diese „Hardliner-Soldaten Gottes“ in vielen Ländern im hohen Bogen schnell wieder raus, weil man sah und ahnte, was sich dahinter versteckte.

Doch überall im (nicht nur) katholischen Europa haben sie in jeder auch noch so kleinen Stadt ihre Niederlassung und das goldene, dreieckige und allsehende „Auge Gottes“ prangt auf ihren Kirchen, aber auch auf den alten Gerichten. Gott hält eben auf ganz irdische Weise überall Gericht. Und überall durchziehen sie alle gesellschaftlichen Strukturen und verstecken sich dahinter, damit keiner es ahnen würde. Genauso war es auch hier.

 

Die Taktik des heimlichen Unterwanderns war eine der gezielten Waffen dieser Organisation, wie auch die aller ähnlichen Organisationen und Orden – bis heute. Man filtert dabei ganz bestimmte Strukturen und Personal in das Bestehende ein und wenn notwendig gründet man auch auch etwas Neues. Es ist dafür immer auffallend viel Geld vorhanden… und man müsste nur dessen Spuren folgen. Wohlklingende Namen und wunderschöne Masken machen das Ganze dann für den „Normalbürger“ völlig undurchschaubar.

Immer geht es dabei im Vordergrund um Wohltätigkeit und Helfen. Die Menschen nämlich lieben das Helfermuster, denn es gibt ihnen das Gefühl, „ gut zu sein“, auch wenn man ihnen sonst durch alles und jedes zu verstehen gibt, dass sie schwach und sündig sind… Dann aber zeigt man ihnen, dass sie davon nur dann erlöst werden können, wenn … (sie tun, was ihre Götter von ihnen verlangen – bei Strafe natürlich). Das zieht sich bis über den Tod hinaus.

Doch genau dieses Muster ist es, das die eigentliche Kraft der Menschen zerfrisst. Im selben Zug wird ihnen auch gezeigt, dass Armut ganz normal ist, genauso wie Krieg und Schuldengeld. Und das ist es auch, denn die im Hintergrund werkenden Kräfte leben davon und sie würden alles tun, um ein Ende dieser Zustände zu verhindern.

Blicken wir in das Europa der letzten paar Jahren, dann sehen wir genau das in einem so umfangreichen Masse, dass wir gleichzeitig auch die Folgen jetzt erleben und sehen, wie dadurch die bisherigen Strukturen zum Einsturz kommen.

Während einige Länder noch ihren Hausverstand bewahrt haben und diese Organisationen kurzerhand vor die Tür gesetzt haben (natürlich unter enormem Aufheulen der westlichen Medien, denn die müssen ja die Propaganda für den Feldzug liefern), tat man ansonsten überall alles, um die Völker in die aufgestellten Fallen hineinlaufen zu lassen.

Dieser Todesmarsch der europäischen Länder war begleitet durch eine schleichende Übernahme der Volksmeinung durch „Wahrheitsministerien“, gepaart mit der Verhetzung derjenigen, die das Spiel durchschauten und es auch sagten, bis hin zu Strafandrohungen und deren Vollzug. Und jetzt kommt dazu auch die gesetzlich festgelegte Totalüberwachung, der schliesslich nur noch der Abzug des Bargeldes zu folgen braucht.

Als ich an „meinem“ kleinen Cafe vor dem Stadtzentrum verweilte, versuchte ich ein wenig einzutauchen in jene Schicht, in der sich diese heimliche Matrix befindet. Jener, nach dem die Stadt benannt ist, war nicht nur ein Mitbegründer dieses Ordens (einer der ersten Sieben), sondern auch einer ihrer besten Missionare… der das Programm der Endzeit-Matrix hinausgetragen hat in alle möglichen Ecken und Enden der Welt.

Das war radikal und man schreibt auch stolz darüber, dass man dadurch versuchte, „die weissen Flecken auf der katholischen Landkarte zu schliessen“ (wikipedia) – alles ganz fein und mit den Händen in Unschuld gewaschen. Man stellte sich in den Dienst der Armen, sagte aber nicht dazu, dass diese Völker erst mit der Missionierung in Armut gestürzt wurden.

Dann übernahm man überall die Jugend über das, was man Ausbildung nannte… wodurch dem zum System gehörenden Missbrauch Tor und Tür geöffnet wurden. Und schliesslich kam noch die Medizin, deren Übernahme den Völkern ihr natürliches Wissen stahl, gefolgt von einer Epidemie von unglaublichem Leiden und gepaart mit oft auswegloser Angst. Nach aussen hin stellte man sich freilich in den Dienst an den Kranken… mit dem hehren Ziel, die armen Seelen zu retten. Und je besser man das macht, desto schneller wird man dafür auch heilig gesprochen. So auch dieser Mann, der in jungen Jahren starb, weil er sich so heldenhaft für Gott verausgabt hat.

Die nach ihm benannte Stadt hier liegt nicht nur auf einem Hügel, sondern auch an der Kreuzungsstelle jenes Kreuzes, welches (einst) auf das Sacrum gesetzt wurde, um es still zu legen.

Das ist heikel, denn an dieser Stelle wird normalerweise die Bewegung, die am unteren Ende des Sacrums in Gang gesetzt wird, am intensivsten… Hier ist der Punkt, an dem sich die Schlange ent-faltet und ihre Bewegung nach oben beginnt. Hier wird „gezündet“. Und dann geht es hinein in die Öffnung, dorthin, wo die Wirbelsäule beginnt. Diese Öffnung aber kann nur betreten, wer bereits vom Feuer erfasst ist.

Dass es sich zudem aber nicht um irgendeine Öffnung handelt, sondern um die planetare Öffnung hinaus ins All und hin zur Schlangenträgerkraft, die alle Sterne und Planeten in unserer Galaxie berührt … das hat sich bereits gezeigt. Und genau da musste man natürlich verdunkeln, überkreuzen, stören und betäuben.

Als ich dann eine Runde durch das „heraus-geputzte“ Zentrum ging, zeigte sich ein nach unten gerichteter Trichter, durch den scheinbar etwas hereingesaugt wird. Das war ähnlich, wie die sich ständig im Kreis drehende Energie vor dem schwarzen Stein in Mekka. Man wurde hier angezogen und abgestossen, und das Resultat davon wurde abgesaugt. Sobald man aber versuchte, dem geplanten eigenen Weg zu folgen, wurde man abgelenkt und mit Nichtigkeiten narkotisiert.

Erst ausserhalb dieses Trichterringes lief es ein wenig anders… Da wirkte auch die Struktur sofort ärmlich und abgenutzt. Aber sie trug mehr Leben in sich, als das aufgemotzte und weissgemalte, „makellose“ Zentrum, das gleich nebenan lag.

Dennoch war auch da eine inhaltsleere Geschäftswelt vorzufinden. Ein riesiger Sender stand inmitten des Ortes und Handymasten waren überall auf Hotels, Schule und Ausbildungsstätten zu sehen. Die Schwerkraft der beiden Mühlen am hinteren Ortsrand bis hinauf zur Hügelspitze aber schien all das noch halbwegs im Gleichgewicht zu halten.

Jede Hauptstadt ist auf irgend eine Weise ein Abbild der Dreiecksverbindung zwischen der City of London, Washington DC und dem Vatikan. Und das war selbst an diesem kleinen Städtchen sehr genau zu sehen und zu spüren.

Weiter hier zu bleiben, war für mich nun wenig konstruktiv und so fuhr ich zurück, um zu Hause alles fort zu führen. Dunkle Wolkenfelder zogen auch am Nachmittag über den Himmel und sie schienen ein Teil der Arbeit zu sein.

Für mich war nun wieder ein Hineinsinken in das Land wichtig, tief und tiefer noch… so lange, bis ich schliesslich den Trichter von unten sah. Ein Weile beobachtete ich, wie über ihn aus dem Kessel abgesaugt wird. Das bewirkt, dass sich die Erde hier nicht mehr bewegen und mitteilen kann, sondern sich alles völlig taub, lahm, stumm und blind anfühlt. Erst als ich dann noch man wenig tiefer hineinsank, konnte ich einige alte Erinnerungen berühren.

Der Nachmittag war immer wieder „durchbrochen“ von etwas, das ich auch in den vergangenen Tagen bereits gespürt hatte: Es waren neue Nachbarn angekommen, ein jüngeres Paar… das immer wieder geduckt vorbei schlich und von dem sonst kein Wort zu hören war. Auf der energetischen Ebene aber spürte ich, wie man ständig die Grenzen überschritt und einen Raum einzunehmen versuchte, der nicht ihrer war. Es war notwendig, ihnen ganz konkret Grenzen zu ziehen, um diese astralen Übergriffe schliesslich zu beenden.

Der Sonnenuntergang präsentierte sich dann auch metallisch finster und das liess erahnen, was drüben in der Stadt los war. Die Jesuiten waren nur die letzte Ausformung der uralten Orden zur „Missionierung der Erde“ mit Göttern und schliesslich einem einzigen Gott, und sie hatten alle zusammen dasselbe Ziel: Eroberung, Besatzung und Zerstörung des Planeten und der Menschheit, bis alles „uns gehört“. Denn die Erde ist ein Juwel und über sie bekommt man dann noch viel mehr in den Griff. Was man deren Bewohnern freilich seit langem verheimlichte, indem man ihnen in den Kopf gesetzt hat, man sei hier alleine im All … und falls es doch etwas gäbe, dann sei es „alien“, fremd.

Von Anfang an operierte „man“ aus einer Ebene heraus, aus der man einen grösseren Überblick hatte, als die Erdlinge. Allerdings zu einem hohen Preis. Und der Weg zur Befreiung war in den Menschen angelegt. Das wusste man. Wütend fand man auch heraus, dass dieses Juwel sich nicht so einfach stehlen liess: Ein wenig zerstören, ja. Die Erinnerung vernebeln, ja. Aber sonst? Die Wut darüber schlägt uns jetzt immer mehr ins Gesicht, denn die Zeit, dieses Spiel noch länger aufrecht zu erhalten, läuft aus. Wir aber brauchen jetzt nur einen Schritt heraus zu machen und uns selber anzuschauen … Dann kommt die Erinnerung zurück und mit ihr alles andere auch.

Ich wurde nun angewiesen, den Kessel zu nehmen und ihn tiefer hinunter bringen, dorthin wo er vom Trichter nicht mehr erreicht werden kann. Das ging bis zum Meeresspiegel hinab und noch weiter hinunter – hinein in den Bereich, der einst mit dem Kontinent ein gemeinsames Land gebildet hat. Damit bekam der Ort auch wieder seinen alten Namen zurück: „Ophiusa-(Schlangen)-Öffnung“ und das Kreuzbein wurde wieder zum Sacrum.

Der Kessel des Lebens war wieder fest mit dem Land verbunden und aktiviert … Und ich sah, wie der Trichter nun vergebens versuchte, darauf zuzugreifen. Die Energie unten wurde dann ganz fein und sanft begann alles zu schwingen. Und der Ort spürte die Vibration. Der Trichter aber konnte sie nicht wahrnehmen, da sie weit über seine Schwingung hinausgeht.

         

Der Trichter wird sich von selber auflösen, hiess es am nächsten Tag, als ich bereits unterwegs war zum letzten Ziel an diesem finalen Tag. Ganz unten an der Sacrum-Spitze zeigte sich nun ein wohlwollendes Wesen und wie es hineinblickt in den offenen Kanal, welcher hinaufführt „in den Himmel“. Ein feines, hellblaues Band zog sich dabei herauf bis an die Hauptstadt…

„Sant Francesc” ist damit ent-bunden und es wird den alten Mächten dann einfach entgleiten… wie vieles andere nun auch. Einige Strukturen werden ihnen weiterhin zu dienen versuchen, doch ihre Kraft wird immer mehr verblassen.

Sobald nun aber „die Schlange gelöst wird“ von diesem Platz, dem ich gerade entgegen steuerte, wird Bewegung in das Sacrum kommen. Denn „Sant Ferran hält die Schlange fest!“ hörte ich gleich am Beginn meiner Fahrt. Dunkle Wolken bedeckten den Himmel und je weiter ich fuhr, desto finsterer wurde es. Nur im Norden, in Richtung des Drachen, gab es eine Öffnung.

Die Fahrt ging zunächst an der Hauptstadt vorbei, wo ich „den Faden aufnahm“ – das hellblaue Band – und ihn weiter führte, hinauf zum Hafen und dann rund um den See … damit alles frei wird, wenn die Schlange dann entfesselt ist. Zuvor aber führte ich das Band hinunter zum Kessel unter der Stadt, um wieder alles miteinander zu verbinden.

Am Hafen war es dann nieder zu legen und morgen bei der Abfahrt würde ich es wieder ergreifen… Die Salzbecken zeigten heute eine weiss-rosa Färbung, während der Estany Pudent See dunkel erschien. Am Himmel aber wurde nun eine riesige schwarze Wolkenschlange sichtbar.

Es war Feiertag in „Sant Ferran“, der zweiten der beiden Städte bzw. grösseren Siedlungen der Insel, die bei uns vielleicht als Markt oder sogar nur als Dorf bezeichnet werden würden. Da aber sind die Grössenverhältnisse eben andere. Die Veranstaltungen zum Fest fanden bereits seit ein paar Tagen statt. Für „Aussenstehende“ war davon jedoch kaum etwas zu merken – ausser die geschlossenen Geschäfte heute. Der Festtag galt dem Dorfheiligen, in diesem Falle dem kastillischen König Ferdinand II. und III. in einer Person, der von 1199 bis 1252 gelebt hatte.

Immer wieder umrundete ich nun den Ort, der so klein war, dass es nur ein paar Minuten dauerte, einmal herum zu kommen. Und ich sah wieder die schwarze Schlange und unter ihr stand der König, der nach ihr griff. …

Dann war es plötzlich wie eine Offenbarung: Die Königshäuser, die Blutlinien, das „blaue Blut“… und wie sie nach der Schlange des Lebens greifen, sie in ihren schwarzen Bann ziehen, um ihre Kraft aussaugen zu können. Denn auch sie sind ein Teil derer, die sich in uralten Zeiten vom Kessel der Schöpfung abgespalten haben, um ihr eigenes Süppchen zu kochen. Da ihnen freilich das Wesentliche fehlte, mussten sie vom Anfang an stehlen, betrügen, zerstören… um es vielleicht auf diese Weise doch noch zu erlangen. Das ist Sisiphos-Arbeit und man wird sie so lange fortsetzen, als man noch Macht über alles zu haben glaubt. Die aber schwindet jetzt immer schneller…

Mit all dem hat man aber nicht nur die Schlangenkraft, sondern auch die Königskraft in den Menschen gebunden. „Die Öffnung“ aber wurde verbaut mit mächtigen Schlössern, sodass die 13.Weise Frau keinen Zugang mehr hatte. Und die Schlange blieb fortan als angstmachendes und bedrohliches Symbol in Erinnerung.

Ich besuchte dann noch kurz die Schauplätze für die spätere Veranstaltung und sah, wie sich der Schlangenträger bereit machte. Alles war vorbereitet… als ich mich hinter dem Ort ausfädelte und dort die Schlange in Empfang nahm. Jetzt schien zwar die Sonne, doch bis zum Nachmittag zogen immer wieder dunkle Wolken über die Insel.

Strahlender Sonnenschein aber, als ich noch einmal gegen Abend in die Stadt hinüberfuhr. Lange sass ich dann am Platz vor der Kirche ganz oben am Hügel und beobachtete … denn irgend etwas gab es hier noch zu tun. Da sah ich plötzlich die Kirche als jenen Platz, an dem die Schlange festgemacht war. Auch hier gab es eine Art „Trichter“, über den etwas abgesaugt wird… Und es zeigte sich, dass es „das Blut der Schlange“ ist, die hier abgerissen war. Das Ganze wirkte wie eine grausige Opferszene auf einem dafür bereitgestellten Altar. Damit entfernte ich mich für eine Weile von diesem Platz und ich spürte schnell, wie die Energien leichter wurden.

 

Die Fiesta begann kurze Zeit später mit einer Messe. Dazu erschien der Pfarrer am Kirchen-Eingang, um dort die wichtigsten Personen und auch seine Kollegen zu begrüssen. Als er die Glocken läutete, hatten sich in etwa hundert Menschen eingefunden. Das war es dann auch … Ich machte mich an die Arbeit – begleitet von den klagenden spanischen Messgesängen.

Die Schlange, die hier geopfert wird, ist eigentlich tot. Aber sie liegt schwer auf der wahren Schlange drauf und so durchtrennte ich nun die Verbindung zwischen den Blutlinien und deren Allein-Anspruch auf die Schlangenkraft… Mögen auch sie von diesem alten Missbrauch befreit sein.

Damit konnte die Schlange dann wieder mit dem Kessel verbunden werden, was sie augenblicklich lebendig machte. Über ihn aber waren Schlangenträger und Schlange nun wieder vereint. „Das ist eine sehr grosse Verantwortung für uns alle“, hiess es und: „Das Fest kann beginnen.

 

Eine Frau in Festtagstracht kam dann „ins Bild“. Sie war die einzige, die ausdrückte, dass es sich hier eigentlich um ein heiliges Fest handelt. Aber wie war das mit den alten Göttern? Waren da einmal welche? Die Erinnerung beginnt langsam zu verblassen … und mit unserer Erinnerung auch deren Macht.

Damit konnte ich gehen. Meine Arbeit war getan. Auf der Heimfahrt sah ich zum ersten Mal an diesem Tag den Drachen. Ich erzählte ihm alles, was geschehen war und er war zufrieden.

Es war nun höchste Zeit, das Fahrrad zurück zu bringen und dann zu packen. Zunächst aber fuhr ich noch einmal zum Strand hinunter, hielt meine Hände in das Wasser und in den Sand und nahm Abschied – dankend für alles, was ich hier erfahren durfte, mit einem Dank auch an die Insel für ihre Gastfreundschaft und dafür, dass sie dieses Land mit mir für eine Weile geteilt hat.

Später zeigte sich noch einmal das hellblaue Band… und wie es über den Kessel die Schlange erfasst und sie mit ihm verbindet…

Der Abflug-Tag war ein Lamat-Tag und damit ging alles nun in eine grössere „Öffnung“ hinein. Als ich die Fähre betrat, nahm ich „den Faden“ – das hellblaue Band – noch einmal auf und ich blickte zum Drachen hinüber, bis er hinter uns verschwand.

Als das Flugzeug sich dann erhob, hielt ich es fest, bis wir weit oben und über alle diese Inseln hinweg geflogen waren… um es dann loszulassen, als es sich in den Himmel hinein zu schlängeln begann. Bald schon lag es hinter uns und vor uns öffnete sich eine neue Zeit.

  

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